Sven in Bolivien
Mo
07
Sep
2009

Es ist wieder Montag und ich sitze wieder im Internetcafe. Der letzte Eintrag hier ist eine Woche her und in der Woche ist natuerlich einiges passiert hier.
Montag ging es erneut in die Stadt auf Erkundungstour und mittlerweile kann ich wirklich behaupten, dass ich mich hier schon ganz gut auskenne. Eigentlich sollte am Montag auch der Sprachkurs beginnen, doch in der Sprachschule gab es ein kleines Problem und so wurde der Kurs auf Dienstag verschoben.
Dienstag Morgen wollten wir schliesslich aufbrechen doch die Busfahrer machten uns leider einen Strich durch die Rechnung, denn sie streikten, wie es hier haeufiger der Fall ist. Also wurde es wieder nichts mit der Sprachschule, die etwa 6 Kilometer ausserhalb vom Zentrum liegt und wir machten uns einfach zu Fuss auf den Weg ins Zentrum, vorbei an den Blockaden der Busfahrer, die ihre Busse auf die Hauptverkehrsstrasse gestellt hatten. Also wieder kein Sprachkurs, verschoben auf Mittwoch. Die angesagte Besprechung mit allen neuen Freiwilligen wurde auch auf den Nachtag verschoben.

Mittwoch fuhren die Busse dann wieder und um zwei Uhr machten wir uns auf zur Sprachschule. Dort wurden wir begruesst und uns wurde das Programm vorgestellt. Unterricht gab es noch nicht, der wurde naemlich auf Montag verschoben, da es sich laut Sprachschule nicht lohne, an einem Donnerstag zu beginnen. Abends fand dann auch die besagte Besprechung statt, aber nichts spannendes.
So hatten wir Donnerstag Zeit, zum ersten Mal in das Projekt, in dem wir fortan arbeiten wuerden, hineinzuschnuppern. Der Kindergarten, in dem wir urspruenglich arbeiten sollten, ist noch nicht fertig gebaut worden und es ist auch fraglich, ob er waehrend unseres Jahres hier noch fertig wird. In Bolivien laufen die Uhren etwas anders als in Deutschland. Eine Stunde Verspaetung bei einem Treffen oder einer Einladung ist eigentlich gar nichts. Fuer uns Deutsche ist das ab und zu schon ganz schoen nervig.
Also werden wir in den naechsten Monaten erst einmal im Apoyo Escolar (Schulunterstuetzung) helfen. Dort greifen wir uns morgens schulisch schwache Kinder aus dem Unterricht und versuchen Ihnen das beizubringen, was ihnen die Lehrer anscheinend nicht beibringen koennen. Das ist ab und zu recht anstrengend, aber die meisten Kinder sind schon mit einem guten Willen dabei und somit macht es auch Spass. Gespielt wird natuerlich auch ein wenig.
Nachmittags koennen die Kinder dann gesammelt in den Apoyo kommen und wir helfen Ihnen bei den Hausaufgaben. Das kann manchmal wirklich frustrierend sein, denn die Schule, die die Kinder besuchen ist wohl nicht fuer seine Lehrer bekannt und so ist man manchmal kurz vor der Verzweiflung, wenn eine Siebtklaesslerin nicht 20 geteilt durch 10 rechnen kann, aber man gibt sein Bestes. Im Apoyo werden ausserdem so gut wie moeglich Freizeitspiele angekommen und die Kinder werden von einer franzoesischen Psychologin betreut, denn haeufig kommen die Kinder aus Familien mit starken sozialen Problemen. Viele Eltern trinken viel und anderes...

Freitag Morgen gingen wir erneut zum Apoyo und Nachmittags stand die Hauseinweihung an, denn das Haus, das wir zur Zeit bewohnen, hat die Fundación ganz neu erworben und so wurde es auf traditionelle Art eingeweiht. Stattfinden sollte das ganze gegen halb fuenf, aber da wir ja in Bolivien leben, war auch um halb sieben keine Einweihung in Sicht. Leider hatten wir fuer den Abend Konzertkarten geschenkt bekommen und machten uns so schon vor der Einweihung vom Acker, um im Zentrum einer bolivianischen Band zu lauschen, die andine Musik spielt. Im Konzertsaal hatte man das Gefuehl, vor einem spiele die bolivianische Version der Backstreet Boys, so haben die Maedchen gekreischt. Das Konzert war wirklich was feines.
Im Anschluss ging es noch in die Disco, aber die sind hier nicht zu vergleichen mit dem Index. Leider... ;-)

Samstag hatten sich alle neuen Freiwilligen vorgenommen, den Cristo zu besteigen, die Jesus Statue, die vom hoechsten Punkt der Stadt ueber dieselbe wacht. Und so ging es um 3 Uhr los. Der Aufstieg war super anstrengend, es geht eine Treppe rund 700 Meter hoch und das bei der duennen Luft, die hier so wie so schon herrscht, aber es haben alle geschafft und nachdem wir den wunderbaren Ausblick genossen hatten, ging es wird runter und runter kommt man bekanntlich immer.
Gestern, Sonntag, war hier in Bolivien der autofreie Sonntag, an dem die Autos eben in der Garage, swoeit man eine hat, stehen bleiben und man sich zu Fuss auf den Weg macht. Deshalb war man doch sehr eingeschraenkt, denn Busse fuhren auch nicht. Ausser einem kurzen Besuch ins Zentrum war gestern nichts drin.
Heute hatten wir dann endlich den ersten Tag in der Sprachschule und es war doch recht gut, ich glaube, dass sich mein Spanisch in drei Wochen Sprachschule deutlich verbessern wird. Abwarten...
So weit so gut, bis bald...
Moin Sven.. das mit dem autofreien Sonntag in Bolivien wusste ich nicht und hätte ich auch nie gedacht.
Leider sehe ich keine Fotos unter "Fotos", musst du wohl noch für die Öffentlichkeit freigeben. Das letzte Wochenende ging durch Arbeit bei Wintering drauf. In der letzen Woche waren wir öfters im
Jugendheim und haben Super Mario gezockt :P
Herr Veltmann hatte heute Geburtstag und ist unglaublich 50 Jahre geworden. Anki und ich haben dem erstmal geschätzte 700g Traubenzucker geschenkt.
Schreib weiterhin fleißig, viel Spass und viele neue Freunde,
Wolff
